Endgültige Trennung von der Feuerwehr

Das Jahr 1958 war das Jahr der endgültigen Trennung des Musikvereins Lyra von der Freiwilligen Feuerwehr.

Trotz der beschlossenen Selbständigkeit des Musikvereins bei der Gründung 1924, hatten dennoch feste Bindungen mit der Freiwilligen Feuerwehr bestanden. Der Ausdruck "Feuerwehrkapelle" war vielen geläufig, aber vielen aktiven Musikern und ganz besonders den Dirigenten Karl Friedrich Schäfer und Paul Nimis immer ein wenig ein Dorn im Auge. Sie wollten unabhängig von Feuerwehr und Spielmannszug musizieren und nicht immer mit der Feuerwehr in Verbindung gebracht oder gar mit ihr identifiziert werden. Bei vielen Festen und Veranstaltungen gab es Unklarheiten über Zugehörigkeit und Kompetenzen. So beschloß man schließlich die endgültige Trennung des Musikvereins von der Freiwilligen Feuerwehr.

Im Zusammenhang mit diesen Zwistigkeiten legte Dirigent Hermann Schäfer sein Amt nieder und Vater Karl Friedrich Schäfer übernahm mit 79 Jahren noch einmal für kurze Zeit trotz schwerer gesundheitlicher Schwierigkeiten die Direktion.

Am 20. November 1958 wurde Heini Weyh aus Neureut als Dirigent für die Kapelle berufen, der dann auch ein Jahr später beim 35. Gründungsfest des Musikvereins die Stabführung inne hatte. Höhepunkt dieser Jubiläumsfeier, die gleichzeitig verbunden war mit dem Bezirksmusikfest, waren die Auftritte der Trachtenkapelle Altenheim, mit welcher der Verein sehr gute freundschaftliche Beziehungen unterhielt, sowie der "Große Zapfenstreich", den der Musikverein Lyra zusammen mit dem Spielmannszug der Freiwilligen Feuerwehr Eggenstein zu Gehör brachte. Beim Freundschaftsspielen, das schon am Sonntagmorgen begann und nach dem Festzug seine Fortsetzung fand, wirkten 20 Kapellen mit. Es war sehr gut besucht und brachte den Zuhörern gute Musik, viel Freude und Unterhaltung.

Ein Mann, den man getrost als einen der ganz Großen im Musikverein Lyra bezeichnen darf, fehlte bei diesem Fest. Karl Friedrich Schäfer verstarb am 18. März 1959. Nachdem er sich als Gründungsmitglied verdient gemacht hatte, war er mit kurzen Unterbrechungen fast 35 Jahre lang der Kapelle und mit viel Willenskraft in der Verwaltung tätig. Mit ihm verlor der Musikverein einen seiner größten Idealisten. Er war ein Vorbild als Mensch und Musiker. 56 Jahre lang widmete er sein Leben der Völks- und Blasmusik und wurde damit einer der großen Wegbereiter, durch den es der einfachen Dorfmusik gelang, zu dem Orchester aufzusteigen das Eggenstein bereits in jener Zeit vorzuweisen hatte.

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